Kombination hervorragender Eigenschaften

Moldflon Thermische Eigenschaften

Moldflon® zeichnet sich durch ein ausgewogenes Eigenschaftsspektrum aus. Im Umfeld der voll- fluorierten PTFE- und Thermoplastprodukte nimmt es einen Platz zwischen modifiziertem PTFE und PFA ein. Mit einem Schmelzpunkt im Bereich zwischen 320 °C und 315 °C schließt es unmittelbar an modifiziertes PTFE an.

Weitere physikalische und mechanische Werte, wie zum Beispiel die elektrischen Eigenschaften oder die Biegewechselfestigkeit, sind an den eingestellten Schmelzbereich gekoppelt und ändern sich entsprechend. Moldflon® kann somit sehr fein auf spezielle Anwen- dungen abgestimmt und optimiert werden.

Chemische Eigenschaften

Moldflon® ist gegenüber nahezu allen Chemikalien oder Lösemitteln beständig. Daher kann die sonst übliche Beständigkeitsliste entfallen. Es müssen lediglich wenige Ausnahmen berücksichtigt werden, die in folgender Tabelle zusammengefasst sind:

Chemikalie Auswirkung
Fluorierte KohlenwasserstoffeAufquellen, bei kurzfristiger Exposition reversibel, bei längerem
Kontakt irreversibel
Alkalimetalle, gelöst oder geschmolzenFluor-Eliminierung und Polymerzerstörung
Fluor-Eliminierung und PolymerzerstörungBei erhöhten Temperaturen chemische Reaktion möglich Materialzerstörung, u. U. heftige Reaktion
Nitriersäure: Gemisch aus konz.
Schwefel- und Salpetersäure
Über 100 °C langsame Materialzersetzung, Carbonisierung
Monomere: Styren, Butadien,
Acrylnitril u. a.
Können in den Werkstoff penetrieren
Im Falle spontaner Polymerisation: Quellen oder Polymerzerstörung,
Popcorn-Effekt
Physikalische Einwirkung: ionisierende
Strahlung
Gamma- und Beta-Strahlung: 10 kGy Dosis können die mechanischen Eigenschaften um mehr als 50 % reduzieren

Verschleißverhalten

Moldflon Verschleißverhalten

Das Verschleißverhalten von Moldflon® unterscheidet sich besonders im ungefüllten Zustand signifikant von PTFE und modifiziertem PTFE. Wie der Grafik zu entnehmen ist, beträgt der Abrieb bei diesem Test nur ca. 10 % des Wertes verglichen mit PTFE und modifiziertem PTFE. Dieser Qualitätssprung ist in dem speziellen molekularen Aufbau von Moldflon® begründet.

Moldflon Langzeitverschleißprüfung

Compounds auf Basis von Moldflon® zeigen auch einen geringeren Verschleiß als vergleichbare Compounds auf PTFE-Basis. Die folgende Abbildung vergleicht die Abriebfestigkeit von Kohlefasercompounds mit einem Füllstoffgehalt im Bereich von 10 bis 20 %.

Interessant ist, dass die Abrieb vermindernde Wirkung von Moldflon®-Compounds mit Kohlefasern im Vergleich zu vergleichbaren PTFE-Compounds mit dem Füllstoff- anteil sichtbar zunimmt. Der Grund dafür ist eine bessere Einbindung der Füllstoffpartikel in die Polymermatrix. Je besser diese in der Polymermatrix fixiert sind, desto länger hält die Abrieb vermindernde Wirkung an.

Permeation

Permeation

Gemessen mit Helium Hinsichtlich der Permeation, gemessen mit Heliumgas, positioniert sich Moldflon® zwischen PFA und modifiziertem PTFE. Gegenüber PTFE erweist es sich als Werk- stoff mit deutlich erhöhter Barrierewirkung.

Als aus der Schmelze verarbeitbarer, thermoplastischer Werkstoff weist Moldflon®, wie auch PFA, so gut wie keinen Porengehalt mehr auf und man würde bei allei- niger Betrachtung des Porenvolumens einen größeren Unterschied hinsichtlich der Barrierewirkung zwischen den beiden Produktklassen Thermoplast und PTFE erwarten. Jedoch ist der für die Permeation verantwort- liche amorphe Polymeranteil bei den Thermoplasten PFA und Moldflon® im Vergleich zu klassischem PTFE und modifiziertem PTFE deutlich erhöht: Während gesintertes PTFE einen Amorphanteil von ca. 30 % aufweist, liegt dieser bei den thermoplastisch verarbeit- baren Werkstoffen PFA und Moldflon® mit ca. 60 % doppelt so hoch. Die Überlagerung beider Effekte bewirkt die vergleichsweise geringen Barriereunterschiede zwischen PFA und Moldflon® einerseits und PTFE und modifiziertem PTFE andererseits.

Transmission

Moldflon Transmission

Moldflon® zeichnet sich durch einen hohen Amorphanteil und eine extrem fein verteilte kristalline Phase aus. Im direkten Vergleich mit PFA, modifiziertem PTFE und klassischem PTFE erweist sich Moldflon® daher als der Werkstoff mit der höchsten Transmission.

Diese Eigenschaft wirkt sich besonders im UV-Bereich aus und wird vor allem bei dünnen Folien und Beschichtungen deutlich. Sie wird zum Beispiel bei Schläuchen genutzt, die zur Entkeimung des Prozessmediums per UV-Licht eine möglichst hohe Lichtdurchlässigkeit aufweisen sollen.