Von der Krise nur gestreiftElringKlinger weiht neue Produktionsräume ein – Für 2010 mehr als zehn Prozent Plus im Blick Mitarbeiter und Maschinen sind bereits umgezogen, die alten Werkshallen stehen zum Teil leer. Gestern wurde das neue Werk von ElringKlinger an der Laiernstraße auch offiziell eingeweiht. MICHAEL SOLTYS Bietigheim-Bissingen. Als Geschäftsführer Heinrich Schramm im September 2008 den Startschuss für die Erweiterung der ElringKlinger Kunststofftechnik gab, war von Krise noch keine Rede. Zwölf Millionen Euro hat das Tochterunternehmen des Automobilzulieferers ElringKlinger AG aus Dettingen/Erms seitdem in das lang gestreckte Gebäude zwischen Laiernstraße und Etzelstraße gesteckt, wo auf zwei Stockwerken die Produktion, ein modernes Lager und eine neue Kantine entstanden sind.
Doch kaum waren die Bagger angerückt, sackte die Konjunktur in den Keller. Auch ElringKlinger musste vorerst Abstriche an seinen kurzfristigen Wachstumsplänen machen, der Standort Bietigheim ist von der Krise aber längst nicht so hart getroffen, wie andere Firmen, machten StefanWolf, der Vorstandschef der Aktiengesellschaft, und Geschäftsführer Schramm gestern am Rande der Eröffnungsfeierlichkeiten deutlich. Während der Hersteller von Kunststoffdichtungen aus dem Werkstoff PTFE, besser bekannt unter dem Markennamen Teflon, seinen Umsatz zwischen 2005 und 2008 von 54 auf 69 Millionen Euro steigern konnten, steht für 2009 ein Rückgang auf 55 Millionen Euro in den Büchern. Zeitverträge mit 35 Mitarbeitern wurden deshalb nicht verlängert, zwischen Februar und Juli wurde in Teilen des Betriebs kurzgearbeitet. Doch die Ertragssituation ist weiterhin gut, machte Schramm deutlich. Medizintechnik, Automobilindustrie, Umwelt- und Kraftwerkstechnologie sind Branchen, in denen es nach wie vor gut läuft für die Kunststoffdichtungen aus Bietigheim-Bissingen. Gerade wegen dieses „breiten Portfolios“ traf die Krise ElringKlinger nur „in abgeschwächter Form“, sagte Schramm. Er und Vorstandschef Stefan Wolf haben deshalb keinen Zweifel an Sinn und Nutzen der Erweiterung. Als der Startschuss fiel, ging räumlich nichts mehr im alten Werk, so Schramm, das Unternehmen musste sich in der Nachbarschaft einmieten, um die Produktionsaufträge erfüllen zu können. Bereits jetzt sind 75 Prozent des Erweiterungsbaus mit der neuen Technologie belegt. „Wir haben keinen Riesenvorrat gebaut und werden in den nächsten drei bis vier Jahren gefüllt sein“, hofft der Geschäftsführer. Schon im kommenden Jahr will die Kunststofftechnik wieder um mehr als zehn Prozent zulegen, zum Jahreswechsel 2011/2012 „werden wir unser altes Niveau erreichen“, ist Schramm zuversichtlich. Mittelfristig gehe Elring deshalb von einem jährlichen Umsatzwachstum „im hohen einstelligen Prozentbereich“ aus. Treffen die Prognosen ein, ist im unmittelbaren Umfeld Platz für eine nochmalige Erweiterung des Kunststofftechnik-Unternehmens. Direkt nebenan kann das gleiche Gebäude noch einmal errichtet werden, das Altgebäude wird saniert. |

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