Verarbeitungstechnische Hinweise

Verarbeitung (Presspulver S-PTFE)
Die Verarbeitung von PTFE erfolgt nach Verfahren, die der Verarbeitung von Sinterwerkstoffen sehr ähnlich sind. Wegen der hohen Schmelzviskosität von PTFE ist eine Verarbeitung wie bei anderen Hochleistungsthermoplasten nicht möglich.

Bei hoher Temperatur (340 – 380 °C) wird PTFE lediglich hochviskos, so dass Spritzgießen oder gewöhnliches Extrudieren nicht möglich ist. Halbzeuge werden deshalb durch Pressen und Sintern oder durch Ramextrusion hergestellt.

Pressen und Sintern
PTFE-Pulver wird in ein zylindrisches Werkzeug gegeben und anschließend unter großem Druck verdichtet. Wichtig dabei ist, dass die in dem Werkzeug eingeschlossene Luft nahezu vollständig entweichen kann.
Das Verpressen des Pulvers geschieht entweder auf hydraulischen Pressen mit einer Geschwindigkeits-, Druck und Zeitsteuerung, auf isostatischen oder automatischen Pressen. Nach dem Pressen werden die Vorformlinge in elektrisch beheizten Umluftöfen nach festgelegten Programmen gesintert.
Dabei sind Press und Sinterparameter auf die jeweilige PTFE-Pulverform oder, im Falle von Compounds, auf die Zusammensetzung abzustimmen. Nur so können optimale Werkstoffeigenschaften gewährleistet werden.

Ramextrusion
Die Ramextrusion ist ein Pressverfahren, das die Herstellung endloser Profile ermöglicht. Dabei wird das Granulat über eine Dosiervorrichtung in ein zylindrisches Extrusionsrohr geleitet, mit einem hydraulisch betätigten Stempel verdichtet und im Rohr durch eine auf Sintertemperatur beheizte Zone befördert.

In der Sinterzone „schmelzen“ die einzelnen Dosierchargen zu einem Endlosprofil zusammen.

Verarbeitung (E-PTFE, Pastenpulver)
PTFE, das durch Emulsionspolymerisation hergestellt wurde, kann durch die sog. Pastenextrusion verarbeitet werden. Dabei wird das Pulver mit einem Gleitmittel, z. B. Benzin, angeteigt und dann mittels einer Kolbenpresse bei Raumtemperatur zu einfachen Profilen, wie z. B. Strängen, Schläuchen oder Bändern, verarbeitet.

Der Extrusion schließt sich ein Trockenschritt zur Entfernung des Gleitmittels an. Danach erreicht der Werkstoff durch Sinterung bei ca. 350 – 380 °C seine endgültigen Eigenschaften.
Die Verarbeitung von E-PTFE-Compounds ist ebenfalls mittels Pastenextrusion möglich.